BdSt - Heiligenschein von Georgswerder

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20.10.2011Hier droht Verschwendung!

Der Heiligenschein von Georgswerder

Überflüssiger Horizontweg darf nicht gebaut werden!

Wird der Heiligenschein von Georgswerder zur Dornenkrone des Hamburger Steuerzahlers?
Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA) im Jahre 2013 soll eine alte Mülldeponie, die Ende der 1970er Jahre geschlossen und anschließend aufwändig saniert wurde, von einem „negativen Wahrzeichen in ein Highlight erneuerbarer Energien“ umgewandelt werden. Durch Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie durch die Verwertung von Biomasse und Deponiegas sollen zukünftig rund 2.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Der „Energieberg Georgswerder“ wird dann auch für Besucher zugänglich sein. Hierfür wird eine 900 Meter lange Stahlkonstruktion errichtet, die zum Teil neun Meter hoch auf Stelzen als Rundweg um die Kuppen der Deponiehügel führt und mittels Beleuchtung auch nachts sichtbar sein wird. Aus Sicht der Planungsgesellschaft ist der Rundweg unbedingt nötig, denn der Energiehügel benötige ein „sichtbares und zugleich sensibles Zeichen der Veränderung, des Anreizes, der Faszination und der Neugier“, um Gäste auf den Berg zu locken. Das sieht nicht jeder so.


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Besucher können die Hügel zu großen Teilen ohne den so genannten „Horizontweg“ erkunden. Das Anlegen eines durchgehend bodenerdigen Spazierwegs, der auch über die Hügelkuppen führen könnte, wurde jedoch abgelehnt. Grund: Die Sichtbarkeit des Hügels müsse gesteigert werden. Ein Aussichtsturm, der ja auch ein sichtbares Zeichen und zudem weniger kostenintensiv wäre, wurde allerdings nicht in Erwägung gezogen.

Weil auch das von den Kuppen sichtbare Panorama nicht eindrucksvoller vom Horizontweg aus zu betrachten ist, beschränkt sich der Mehrwert der Stahlkonstruktion also nur auf seine Sichtbarkeit von außen, insbesondere durch seine nächtliche Beleuchtung. Die erweckt nun ausgerechnet den Eindruck, als ob der Energiehügel einen Heiligenschein hätte. Der ist mit Baukosten von zurzeit 3,05 Mio. Euro aber viel zu teuer.
14.12.2011Nachgehakt

Bürgerschaft stimmt für Steuergeldverschwendung

Nach unserer Kritik am "Heiligenschein" beantragte die Fraktion DIE LINKE am 11. November 2011, statt des Horizontwegs einen ebenerdigen Weg anzulegen.

In ihrer Sitzung am 23. November 2011 lehnte die Hamburgische Bürgerschaft den Antrag mit den Stimmen der SPD, der CDU und der GAL ab. Für den Antrag stimmte neben der Linksfraktion auch die FDP.

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