BdSt - Hundehalter sind auch Steuerzahler

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04.01.2011Teure Kampfhunde-Unterbringung

Hundehalter sind auch Steuerzahler

Plädoyer für die steuerzahlerfinanzierte Unterbringung von Kampfhunden im HTV

Der Bund der Steuerzahler hat am 30. Dezember 2010 erneut die hohen Kosten für die Unterbringung von gefährlichen Hunden nach dem HundeG (so genannte "Kampfhunde") kritisiert. Darüber wurde im Hamburger Abendblatt berichtet. Uns erreicht dieser Tage ein Leserbrief, der sich als Plädoyer für die Übernahme der Unterbringungskosten durch die Steuerzahler versteht. Ein Beitrag zur Meinungsvielfalt.

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Liebe Abendblatt-Redaktion,
insbesondere Herr Tiedemann und Herr Gassdorf,
liebe engagierte Mitarbeiter des Steuerzahlerbundes!

Es ist sehr traurig, dass es immer noch Menschen gibt, die jeden Cent umdrehen müssen. Traurig ist auch, dass deren Situation nicht geändert wird, sie aber gerne für Schlagzeilen herhalten müssen. Diese Misere, sowohl beim Thema Hartz‐IV als auch bei den Hunden im Tierheim – ich hätte da noch ein paar Beispiele mehr – ist jedoch politisch so gewollt.

Da es aber in dem Artikel auf Seite 1 des Hamburger Abendblatts von 30.12.2010 nur um das beliebte Thema Steuern geht, hier ein paar Gedanken dazu meinerseits. Ich habe mich immer gefragt warum ich so viel Hundesteuer zahlen muss, denn Hundehalter leben gesünder und helfen doch auch, Steuergelder zu sparen:

1. Bewegung an der frischen Luft spart den Arztbesuch, die gesetzlichen Krankenkassen werden somit entlastet.
2. Ein treuer Freund an der Seite und die sozialen Kontakte unterwegs mit anderen Menschen spart den Psychologen (siehe Punkt 1).
3. Einbrecher trauen sich eher nicht ins Haus, das spart den aufwendigen Polizeieinsatz.
4. Hundehalter sorgen für viele Arbeitsplätze: Tierärzte, Tierpfleger, Hundetrainer, Hundemode, Hundefutter, Hundezeitschriften ... Wo bleiben die positiven Zahlen, die sich dadurch in den Steuereinnahmen niederschlagen?
5. Die direkten Steuern, die die öffentliche Hand regelmäßig von unzähligen Hundehaltern einnimmt, müssten doch reichen, um die Kosten der Hunde im Tierheim zu decken.

Wenn mit Steuergeldern die Tierheime unterstützt werden, damit es den Tieren besser geht und die Pfleger gut bezahlt werden, sehe ich jetzt einen Sinn darin: Hundesteuer für Hunde im Heim, die die Gesellschaft lieblos entsorgt hat.

Es ist immer wieder interessant, wie Zeitungsartikel zustande kommen: man würfelt Zahlen bzw. Themen, die nicht miteinander zu tun haben, und passende Zitate zusammen und freut sich über den Schlagzeilen‐Effekt. Diese „polarisierenden“ Themen wiederholen sich immer wieder, aber leider, ohne dass sie dadurch besser werden.

Z.B wundert es mich, dass die Tatsache, dass es keine gefährlichen Hunderassen gibt, sondern lediglich Hunde, die gefährlich sein können, weil ihre Halter versagt haben, selbst bei gebildeten Menschen noch nicht angekommen ist. Das diese so genannten Kampfhunde niemanden haben will, ist nicht wahr. Doch viele Bürger trauen sich einfach nicht, diese Hunde zu halten, weil sie dank der unsinnigen Panikmache von vornherein ausgegrenzt werden.

Anstatt Geld und Energie in populistische Schlagzeilen und nichts sagende Hundelisten zu verschwenden, sollten die Verantwortlichen bessere Gesetze für Bürger und Tier entwerfen und die Journalisten ihre Themen besser recherchieren. Vor ein paar Wochen wurden zwei Schäferhunde im Tierheim Süderstraße abgegeben mit der Begründung, sie seien nicht scharf genug. Der Halter wollte sich nun zwei Rottweiler vom Züchter holen um sie „scharf“ zu machen. Welches Gesetz greift hier ein? Der oft erwähnte Hundeführerschein, egal bei welcher Hunderasse, wäre eine gute Möglichkeit, um sicherzustellen, dass der Halter im Stande ist, seinen Hund artgerecht zu führen. Denn auch ein Husky, Dalmatiner, Schäferhund etc., der nicht artgerecht gehalten wird, kann eine potenzielle Gefahr darstellen. Ein Hundeführerschein würde nicht nur die Mitbürger schützen, es wäre auch im Sinne des Tierschutzes. Nicht die Hunde, die Halter sind nämlich das Problem.

Was Herr Tiedemann mit seinen Kommentar auf Seite 2 der oben genannten Ausgabe bezweckt, ist mir noch nicht klar. Ich weiß nur, dass dem Thema Massentierhaltung, ein weiterer Schandfleck in der Geschichte der Menschheit, mehr Raum gegeben werden müsste, und es nicht dazu dienen darf, andere Tierschicksale kleinzureden. Wenn wir schon dabei sind, Herr Tiedemann: Wie wäre es mit einer Artikelserie über Tierversuche und Massentierhaltung in Deutschland, wohl recherchiert und mit Herz geschrieben?

Und zum Schluss, möchte ich ihnen danken, dass sie es sich verkniffen haben, der liebenswürdigen Maggie die Lefzen rot zu retuschieren, wie es sonst oft der Fall ist. Übrigens: Ich habe diese „bösen“ Hunde im Tierheim lieben gelernt, und wenn Sie Herr Tiedemann und Sie Herr Gassdorf nur wollen, könnten wir eine Runde gemeinsam Gassigehen (ehrenamtlich, versteht sich).

Mit freundlichen Grüßen
Maribel Rico
Steuerzahlerin für HartzIV,
Kampfhunde und andere öffentliche Aufgaben

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Wir danken Frau Rico für die freundliche Genehmigung zum Abdruck ihres Leserbriefs.

Sie stimmen Frau Rico zu? Sie wollen ihr widersprechen? Hinterlassen Sie doch einen Kommentar.
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