BdSt - ''Ist das Kunst oder kann das…'' Es kann weg!

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01.12.2016Goldene Hauswand auf der Veddel

''Ist das Kunst oder kann das…'' Es kann weg!


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Wer kennt sie nicht, die ewige Frage: "Ist das Kunst oder kann das weg?" Sie soll verdeutlichen, dass das, was der eine als Kunst ansieht, von dem anderen nicht unbedingt als solche erkannt wird. Und genau über diese Frage, nach dem Sinn oder Unsinn von Kunst, wird in Hamburg aktuell leidenschaftlich kontrovers diskutiert.

Der Künstler Boran Burchhardt möchte im Hamburger Stadtteil Veddel auf einer Fläche von 300 Quadratmetern die Fassade eines Mehrfamilienhauses vergolden. Jedoch nicht, wie man im ersten Augenblick erwarten könnte, mit einfacher Fassadenfarbe. Nein - mit echtem Blattgold! Getreu dem Motto: Kunst darf alles! Die Kulturbehörde stellt für das Projekt über 85.000 Euro aus Steuermitteln zur Verfügung.

Natürlich erwartet niemand ernsthaft, dass die für die Vergoldung zur Verfügung gestellten Mittel eingespart werden, um damit stattdessen beispielsweise soziale Projekte im wirtschaftlich eher schwach aufgestellten Stadtteil zu unterstützen. Schließlich wurde das Geld der Kulturbehörde zugeteilt, um unter anderem Kunstprojekte im öffentlichen Raum zu fördern. Und dennoch vertritt der Hamburger Steuerzahlerbund den klaren Standpunkt, dass die 85.000 Euro für andere, sinnvollere Projekte der Kulturbehörde ausgegeben werden sollten, denn: Kunst darf eben nicht alles!

Kunst darf, ja Kunst soll vielleicht auch provozieren. Mit der Vergoldung einer Hauswand wird aber höchstens der Steuerzahler provoziert, der früh morgens aufsteht, arbeiten geht und Steuern zahlt - nur damit diese dann in Form von Gold an eine Hauswand geklebt werden?!

Sabine Glawe, haushaltspolitische Sprecherin des Hamburger Steuerzahlerbundes, hat der Vergoldung der Veddel den Kampf angesagt: "Es ist kaum zu glauben, wofür in unserer hochverschuldeten Stadt plötzlich Geld da ist. Dieses aus Steuergeldern finanzierte Kunstprojekt ist an Dekadenz kaum noch zu überbieten. Wir fordern die Kulturbehörde auf, dieses Projekt zu stoppen!"

Doch ob sich das Kunstprojekt, das im März 2017 starten soll, tatsächlich noch stoppen lässt, ist fraglich. Der Steuerzahler muss hoffen, dass entweder in der Kulturbehörde ein Umdenken stattfindet, zumindest wird das Projekt hier mittlerweile kontrovers diskutiert, oder aber der Hamburger Senat der angedachten Vergoldung die rote Karte zeigt.

Worauf sich Hamburgs Bürgerinnen und Bürger aber in jedem Fall verlassen können: Der Steuerzahlerbund beantwortet die Frage nach "Ist das Kunst oder kann das weg" ganz vehement mit "Es kann weg!"

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