BdSt - Kultur speichern

Wirtschaftlichkeit
07.02.2012Zentraler Kulturspeicher

Kultur speichern

Investitionen in Infrastruktur notwendig

Galerie der Gegenwart
Seit Jahren fordert der Bund der Steuerzahler den Bau eines Kulturspeichers, in dem die städtischen Kunstgegenstände sachgerecht gelagert und gepflegt werden können. Jetzt wird die Kulturbehörde offenbar tätig und prüft sogar schon geeignete Standorte. Gegenwärtig verhandelt die Behörde mit der Hamburg Port Authority um ein Gebäude an der Peutestraße und wirbt zugleich bei der Bürgerschaft um Haushaltsmittel.

Immer wieder klagen viele Museen darüber, dass sie zu wenig Lagerflächen haben und einige nicht ausgestellte Werke bereits Schäden aufweisen, die auf ungeeignete Lagermethoden zurückzuführen sind. Weil dadurch unwiederbringlich Werte vernichtet werden, was sich negativ auf die Bilanz der Stadt auswirkt, plädiert der Steuerzahlerbund für den Bau eines Kulturspeichers, der mit einem Strukturwandel in der Museumslandschaft einhergehen sollte.

Hamburgs Museen leiden unter einem signifikanten Besuchermangel. Ein Grund hierfür ist die hohe Zahl an Dauerausstellungen, die nur wenig Anlass bietet, mehrmals in ein Museum zu gehen. Unsere Idee lautet deshalb, die Museen von der Lagerung und Pflege der Kunstgegenstände zu entlasten, damit sie ihr Potenzial in der Ausstellungsgestaltung ausschöpfen können.

Aus dem Kulturspeicher können sich die Museen Gegenstände entleihen und damit attraktive Wechselausstellungen gestalten. Die Highlights der städtischen Kunstsammlung könnten gleichwohl als Dauerausstellung, zum Beispiel in der Kunsthalle, präsentiert werden.

Ein solches Modell lässt Raum für mehr Wettbewerb unter den Häusern, der wiederum das jeweils eigene Profil der Museen stärkt. Positiver Nebeneffekt: Durch mehr Wechselausstellungen könnten die Besucherzahlen endlich steigen und die Finanzen der Museen unabhängiger vom städtischen Zuschuss werden.

Im Jahr 2010 erhielten die Museen rund 34 Mio. Euro (ohne Bauzuschüsse). Der Kostendeckungsgrad lag durchschnittlich bei 18 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr gab es 111.344 Besucher weniger. Die Abschlüsse für das Jahr 2011 lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

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