BdSt - Lenzen-Kritik: Überzogen und sachlich nicht gerechtfertigt!

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09.06.2011Pressemitteilung

Lenzen-Kritik: Überzogen und sachlich nicht gerechtfertigt!

Ablenkungsmanöver oder Hilferuf?
Die Äußerungen und die Blockadehaltung des Präsidenten der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen, hält der Bund der Steuerzahler für unangemessen, überzogen und sachlich nicht gerechtfertigt.

Zur Sache ist festzustellen:

Die Zuschüsse der Freien und Hansestadt Hamburg an die Universität haben in den vergangenen 10 Jahren um fast 60 Mio. Euro zugenommen und lagen 2010 bei ca. 250 Mio. Euro. Hinzu kommen für die Universität seit 2007 jährlich rund 20 Mio. Euro an Studiengebühren, die ausschließlich zur Verbesserung der Studienbedingung verwendet werden dürfen.
Quelle: Auswertung der Bürgerschaftsdrucksache 20/585.
Darüber hinaus wurden allein in den letzten beiden Jahren über 200 Verwaltungsstellen neu geschaffen, über deren Einsatz und Verwendung Herr Lenzen bisher noch keine ausreichende Rechenschaft gegeben hat.

Die gegenwärtigen Probleme der Universität liegen daher primär nicht bei der finanziellen Ausstattung, sondern offenbar bei Mängeln in der Verwaltungsstruktur, Fehlinvestitionen (z.B. das Softwareprogramm STINE), Kompetenzgerangel, überbordende Bürokratie und mangelnder Konzentration auf die Kernbereiche Forschung und Lehre.

Dies in den Griff zu bekommen ist die Aufgabe des Universitätspräsidenten. Allerdings ist dies eine sehr schwierige Aufgabe, bei der ihn der Senat verstärkt unterstützen sollte, z. B. durch Einschaltung eines externen Beratungsunternehmens, welches die Verwaltungsstrukturen und Organisationsabläufe in der Universität analysieren und Vorschläge unterbreiten sollte.

Mangelnde Selbstkritik und fehlgeleitete Demonstrationen sind indes nicht zielführend. Sie vermitteln vielmehr den Eindruck eines Ablenkungsmanövers, mit dem offenbar das qualitativ schlechte Abschneiden der Uni Hamburg, insbesondere auch bei der bundesweiten Exzellenzinitiative, übertönt werden soll. „Oder ist es mehr ein Aufschrei der Hilflosigkeit“, fragt der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler Hamburg, Frank Neubauer. Besonders bedenklich ist dabei der Versuch des Universitätspräsidenten, auf der Grundlage unzureichender Aufklärung die Studentenschaft für seine Blockadehaltung zu instrumentalisieren.

„Herr Lenzen verkennt offenbar, dass mehr Quantität nicht automatisch zu mehr Qualität führen muss“, meint Neubauer. „Der Steuerzahler kann verlangen, dass bei einer von Steuergeldern getragenen Einrichtung wie der Universität die Grundsätze einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung beachtet werden. Bei der Bewältigung der hausinternen Probleme sollte Herr Lenzen allerdings vom Senat der Rücken gestärkt werden.“


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