BdSt - Gehen Sie Garten schauen! - Ein Plädoyer für die igs 2013

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16.07.2013igs 2013

Gehen Sie Garten schauen! - Ein Plädoyer für die igs 2013


igs 2013
Die Internationale Gartenschau in Wilhelmsburg ist eine großartige Veranstaltung, die nicht nur Blumenfreunde begeistern wird. Doch die hohen Eintrittspreise schrecken insbesondere Familien ab. Wenn die Besucher fehlen, droht die Wirtschaftlichkeit der igs zu scheitern - und der Steuerzahler muss einspringen.

Der Bund der Steuerzahler hat berechnet, welches Defizit droht.

Der komplette Durchführungshaushalt der igs (49,3 Mio. Euro) sowie der Zuschuss zur Monorail (9,3 Mio. Euro) werden über Schulden finanziert. Die Kredite werden durch die erzielten Einnahmen abgelöst. Deshalb ist die Zahl der zahlenden Besucher enorm wichtig für die Gartenschau und die Finanzen!

Nach unserer Einschätzung müsste im schlimmsten Fall damit gerechnet werden, dass nur zwei Drittel der anvisierten 2,5 Millionen Besucher kommen – also 1,875 Millionen. Dadurch würde ein Einnahmeverlust von rund 11,44 Mio. Euro entstehen, der von der Stadt, und damit vom Steuerzahler, ausgeglichen werden müsste.

Bislang wurden nur 541.460 Besucher gezählt, also nicht einmal halb so viele, wie eigentlich erwartet. Würde sich dieser Trend fortsetzen, müsste mit einem Defizit in Höhe von 25,95 Mio. Euro gerechnet werden.

Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass die Monorail erst ab 1,5 Mio. zahlenden Fahrgästen rentabel ist. Dies dürfte bis zum Ende der Veranstaltung kaum zu leisten sein, weil bereits bei der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung davon ausgegangen wurde, dass nur rund 50 Prozent aller igs-Besucher das Angebot der Monorail wahrnehmen und hierfür zusätzlich zum Eintritt ein Fahrticket erwerben.

Die Internationale Gartenschau ist einen Besuch wert. Besonders bei sommerlichen Temperaturen ist das Gelände für einen Tagesausflug sehr zu empfehlen. Leider ist die igs für viele noch zu teuer, insbesondere Familien leiden unter den hohen Eintrittspreisen.

Es ist jedoch nicht zu spät, mehr Besucher durch niedrigere Eintrittspreise nach Wilhelmsburg zu locken. Der Senat sollte seine Haltung überdenken, damit alle Hamburger in den Genuss der tollen Ausstellung kommen können. Eine Senkung des regulären Eintrittspreises auf 15 Euro dürfte ein deutliches Entgegenkommen des Senats sein.

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