BdSt - Geplatzte Gartenträume - 37 Mio. Euro aus der Stadtkasse


07.10.2014Schwarzbuch 2014

Geplatzte Gartenträume - 37 Mio. Euro aus der Stadtkasse


igs 2013
Unter dem Motto "In 80 Gärten um die Welt" wurde im vergangenen Jahr im Stadtteil Hamburg-Wilhelmsburg die Internationale Gartenschau 2013 (igs) eröffnet. Was für Anhänger extravaganter Gartenpracht eine wahre Freude war, entpuppte sich für die Politik als finanzielles Desaster. Der Senat blieb am Ende auf einem Verlust von 37 Millionen Euro sitzen.

Hauptgrund hierfür waren die niedrigen Besucherzahlen. Kalkuliert wurde zu Beginn der Planungen im Jahr 2000 mit fünf Millionen Besuchern. Als die Gartenschau eröffnet wurde, waren die Erwartungen schon auf 2,5 Millionen heruntergeschraubt. Am Ende hatten gerade mal knapp über eine Million Gartenfreunde ihr Ticket gelöst. Die Gründe für diese enttäuschende Zahl sind vielschichtig.

Hauptkritikpunkt des Bundes der Steuerzahler war der zu hohe Eintrittspreis. Wir haben mehrfach gefordert, diesen von 21 Euro auf 15 Euro zu senken – ohne Erfolg!

Vor dem Hintergrund der vielen Konkurrenzveranstaltungen, die in den Sommermonaten in der Hansestadt stattfinden, geriet auch das Marketing-Konzept in die Kritik. Weniger als die Hälfte der igs-Besucher waren Hamburger. Hätten die lokalen Medien über die geringen Besucherzahlen nicht umfangreich berichtet, wüssten viele Hamburger wahrscheinlich bis heute nicht, dass die igs überhaupt stattgefunden hat.

Die Kosten in Höhe von 70 Millionen Euro für den Bau des igs-Geländes hat der Steuerzahlerbund zu keiner Zeit kritisiert. Schließlich bleibt der Park auch künftig erhalten und wertet somit das seit Jahrzehnten sozial benachteiligte Wilhelmsburg deutlich auf. Jedoch konnten durch die ausbleibenden Besucher, deren Zahl man durch entsprechende Maßnahmen hätte optimieren können, die Kosten zur Durchführung der igs von zirka 63 Millionen Euro nicht erwirtschaftet werden.

Der Bund der Steuerzahler meint: Sowohl der regierende Senat als auch die verantwortlichen Vorgänger, die mit ihren viel zu optimistischen Planungen den Grundstein für dieses finanzielle Desaster gelegt haben, besitzen leider keinen grünen Daumen.


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