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01.06.2018Hapag-Lloyd

Hapag-Lloyd bleibt Risiko


© Hapag-Lloyd
"Hapag-Lloyd: Millionen für die Stadt" schrieb das Hamburger Abendblatt Ende März in großen Lettern. Gerade erst war bekannt geworden, dass die Traditionsreederei mit Sitz am Ballindamm erstmals seit 2004 wieder eine Dividende an ihre Eigentümer, zu diesen gehört seit 2008 auch die Hansestadt, ausschüttet.

Ist nun nach Jahren der enttäuschten Dividendenerwartungen also alles im Lot?

Richtig ist, dass Hapag-Lloyd im Geschäftsjahr 2017 einen Konzerngewinn in Höhe von 32,1 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Vor dem Hintergrund der seit Jahren anhaltenden Schifffahrtskrise ist dies ein durchaus gutes Ergebnis. Und aufgrund der nun wirtschaftlich verbesserten Lage sollen auch die Eigentümer am aktuellen Erfolg der Reederei beteiligt werden und eine Dividende in Höhe von rund 100 Mio. Euro erhalten. An die Stadt würden somit entsprechend ihrer Unternehmensanteile 13 Mio. Euro ausgeschüttet.

Demgegenüber steht allerdings die Tatsache, dass die Hansestadt für ihre Beteiligung über 1,1 Mrd. Euro gezahlt hat. Hinzu kommen bislang angefallene Finanzierungkosten in nennenswerter dreistelliger Millionenhöhe.

Nicht zu vergessen: Als die Stadt bei Hapag-Lloyd einstieg, wurde dem Steuerzahler versprochen, dass ihn die Beteiligung am Ende nichts kosten werde. Die Finanzierungskosten sollten nämlich durch Dividendenzahlungen ausgeglichen werden.

Nun ist also das erste Mal Überhaupt eine Dividende in Richtung der Stadtkasse geflossen. Will die Politik ihr Versprechen halten, darf dies aber nur der Anfang gewesen sein. Viele Jahre mit hohen Dividendenausschüttungen werden folgen müssen.

Ob diese Rechnung am Ende aufgeht, bleibt weiterhin ungewiss.

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