BdSt - Teure Kochkunst - zu Lasten der Steuerzahler


01.03.2017Klima-Kochbuch

Teure Kochkunst - zu Lasten der Steuerzahler


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Der rot-grüne Senat hat beschlossen, dass die Hamburger ab 2018 eine Reinigungsgebühr entrichten müssen. Die Einnahmen daraus sollen der Stadtreinigung zur Verfügung gestellt werden. Nun jedoch kam heraus: Ganz so schlecht scheint der städtische Reinigungstrupp finanziell nicht ausgestattet zu sein. Denn immerhin reichten die Mittel aus, um ein für die Verbraucher kostenloses Klima-Kochbuch zu veröffentlichen.

Im Vorwort des Buches heißt es: "Mit 68 leckeren Rezepten möchten wir Ihnen Appetit auf Nachhaltigkeit machen." Und tatsächlich: Das Buch, das, zugegeben, in einem netten Layout daherkommt, lässt dem Hobbykoch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Von Mairübchen-Ragout mit Couscous über Erbsen-Minze-Puffer an Apfel-Meerrettichschaum bis Grünkohl mit Pinkel lassen sich allerlei Rezepte ganz einfach nachkochen.

Doch natürlich darf in einem städtischen Kochbuch der erhobene Zeigefinger nicht fehlen. So werden die Verbraucher darauf hingewiesen, wie viel Kohlendioxid beispielsweise durch die Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch freigesetzt wird (24,9 Kilogramm). Wie viel Kohlendioxid jedoch durch die Herstellung von 10.000 Klima-Kochbüchern à 100 Seiten freigesetzt wird, dazu wird genüsslich geschwiegen. Und auch nach dem Hinweis, wie viele Kilogramm Lebensmittel jährlich pro Person im Müll landen, wird keine Vermutung darüber angestellt, wie viele der gedruckten Klima-Kochbücher am Ende wohl auch nur den Weg in die blaue Tonne finden werden.

Eine Schriftliche Kleine Anfrage des FDP-Bürgerschaftsabgeordneten Michael Kruse jedenfalls brachte ans Licht, dass Konzeption inkl. Erwerb von Bildrechten Dritter, Produktion und Transport des Klima-Kochbuchs die Stadtreinigung über 20.000 Euro gekostet haben.

Doch nun mal Butter bei die Fische: 20.000 Euro für ein städtisches Kochbuch? Sabine Glawe, haushaltspolitische Sprecherin des Hamburger Steuerzahlerbundes, meint: "Es ist ein Skandal, wie die Stadtreinigung mit den Gebühren der Bürger umgeht. Statt sich Gedanken darüber zu machen, wie es in den Kochtöpfen der Hamburger aussieht, sollte man sich besser überlegen, wie man die Gehwege und Straßen vor deren Haustüren besser sauberhalten kann. Die Notwendigkeit der gerade erst beschlossenen Reinigungsgebühr wirkt vor dem Hintergrund des veröffentlichten Klima-Kochbuchs jedenfalls fragwürdig."

Vielleicht tut es beim nächsten mal ja auch einfach nur die sowieso kostenlos angebotene PDF-Version. Das schont den städtischen Geldbeutel. Und natürlich die Umwelt.


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