BdSt - Teurer Griff ins Klo - 32.000 Euro aus der Stadtkasse

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07.10.2014Schwarzbuch 2014

Teurer Griff ins Klo - 32.000 Euro aus der Stadtkasse


Plumpsklo an der Kersten-Miles-Brücke
Einen sprichwörtlichen „Griff ins Klo“ hat sich die Stadt Hamburg geleistet. In der Nähe der Reeperbahn steht die Kersten-Miles-Brücke, die auch gerne von Obdachlosen als Unterschlupf aufgesucht wird. Um die hygienischen Bedingungen zu verbessern, beschloss die Politik im Jahr 2011, neben der Brücke ein Toilettenhaus zu bauen.

Ursprünglich sollte die "große Lösung" her: Eine Anlage für, grob geschätzt, 500.000 Euro mit sieben Boxen für Frauen, zwei für Männer, fünf Pissoires und einem Personalraum. Aus dem ursprünglich geplanten "stillen Örtchen" für Obdachlose sollte so zusätzlich eine Anlaufstelle für Touristen geschaffen werden, die hier ihren "Bedürfnissen" nachgehen können sollten. Am Ende entschied sich die Politik dann doch für die kleine Lösung: Ein Klo in Form einer Holzhütte. Und während nur wenige Meter weiter die große Elbe vorbeifließt, sollten die Obdachlosen ohne fließendes Wasser, nämlich ohne Spülung und ohne Waschbecken, auskommen. Die Baukosten: 25.362,83 Euro.

Noch im März 2013 wurde der Zustand der Toilette vom Senat als "funktionsgerecht" beschrieben. Reinigung und Pflege des Häuschens oblag den Obdachlosen selbst, Putzmittel und Verbrauchsmaterial wurden zur Verfügung gestellt, der Erdtank unter dem Klo wurde regelmäßig geleert. Ein Jahr später, in der Zwischenzeit hatte es unter der Brücke ein Feuer gegeben, Reparaturarbeiten standen an und die Obdachlosen hatten sich einen neuen Unterschlupf gesucht, hieß es dann, das Toilettenhäuschen würde bereits seit Längerem nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion genutzt werden. Auch teilte das Bezirksamt Hamburg-Mitte mit, dass sich "das Häuschen in einem sehr schlechten Zustand befinden würde". Da der angrenzende Park wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden sollte, wurde das Plumpsklo im Zuge dieser Umbaumaßnahmen wieder abgerissen. Die Kosten: 6.925,80 Euro. Nachhaltigkeit sieht wohl anders aus.

Der Bund der Steuerzahler meint: Am Ende bleibt der Steuerzahler auf Gesamtkosten von mehr als 32.000 Euro sitzen. Das Positive daran? Zum Glück hat man sich im Jahr 2011 nicht für die "große Lösung" für eine halbe Million Euro entschieden!

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